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Fleisch mit gutem Gewissen - Teil 2

Der Mensch ist ein Fleischfresser. Diese Aussage ist heutzutage völlig überholt und die Sicht der Verbraucher auf Ernährung ist heute eine ganz andere als noch vor 100 Jahren. In diesem zweiten Teil unseres Artikels "Fleisch mit gutem Gewissen" dreht sich alles um Konsument und Hersteller.

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Fleisch mit gutem Gewissen - Teil 2

Fleisch mit gutem Gewissen

Teil 2: Warum der Konsument entscheidet

Noch vor weniger als 100 Jahren war Fleischkonsum ein Indikator für sozialen Wohlstand. Im 21. Jahrhundert ist Fleisch überwiegend zum allzeit und für Jedermann verfügbaren billigen Massenprodukt verkommen. Nicht die Qualität, sondern der Preis bestimmt häufig die Nachfrage.

Betrachtet man die Zusammenhänge zwischen Preis und Qualität genauer, kommt man zu der Erkenntnis, dass der jeweilige Züchter nach wie vor die entscheidende Instanz ist, wenn es um das Thema Fleisch geht. Dies gilt für traditionelle, ökologisch arbeitende Betriebe genauso wie für die Massentierhaltung.

Die Rolle der Züchter

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Die höchste Fleischqualität kann nur von dem Züchter erreicht werden, der die eigenhändige Kontrolle der „Produktionsstufen“ seines Fleisches garantieren kann: Aufzucht, Auswahl und Klassifizierung, Mästen, Transport, Überwachung von Schlachtung und Fleischproduktion, Verpackung und Versand liegen in einer Hand. Die Leidenschaft für ihre Arbeit und der respektvolle Umgang mit den Tieren zeichnet diese Züchter aus. Intensivmast, Hormonbehandlungen oder Massentierhaltung lehnen sie strikt ab. Der vorsorgliche Einsatz von Antibiotika ist tabu. Nur so können Züchter ihrer großen Verantwortung gegenüber den Tieren, der Umwelt und der Gesundheit der Verbraucher gerecht werden. Der Züchter garantiert mit seinem Namen für das Produkt, welches am Ende auf dem Teller der Kunden liegt.

Die gerade beschriebenen Zuchtbedingungen sind jedoch unter dem Preisdruck, wie ihn etwa die deutschen Discounter ausüben, natürlich unmöglich. „Preiskampf auf dem Rücken der Tiere“ lautet eine durchaus gängige Schlagzeile. Diese sind tatsächlich das schwächste Glied in einer grausamen Kette. Es ist dabei nicht ihre eigene Profitgier, die viele Züchter in die Massentierhaltung drängen. Den meisten bleibt kaum eine Wahl, wenn sie am Markt überleben und ihre Familien ernähren wollen. Der Markt wird jedoch bestimmt von Angebot und Nachfrage. Wenn die Verbraucher billiges Fleisch nachfragen, richtet die Industrie ihr Angebot daraufhin aus. Da Viehzucht unter diesen Bedingungen nur in Form intensiver Massentierhaltung existieren kann, müssen die Produzenten, also die Züchter, sich anpassen. Gesundheitliche Folgen, die durch den Missbrauch von Medikamenten und Hormonen hervorgerufen werden, nimmt man in Kauf. „Man“, das ist nicht nur der einzelne Züchter oder die Industrie, das ist leider noch die Mehrheit der Verbraucher. Viel und billig muss es sein. Als Ergebnis steht die Produktion geschmacklosen und ungesunden Fleisches unter lebensunwürdigen Bedingungen für die Tiere, sowie die Entfremdung des Menschen vom Ausgangsprodukt (dem Tier) und seinem Hersteller (dem Züchter).

Die Entscheidung des Konsumenten

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Eine Umkehr dieses Trends kann nur durch die Konsumenten selbst kommen. Ihre Nachfrage entscheidet über das Angebot. Dabei geht es nicht nur um den höheren Preis, den die Züchter für eine artgerechte Tierhaltung benötigen. Es geht auch um den Verzicht auf den „alltäglichen“ Fleischkonsum. Höhere Qualität bedeutet: kleinere Menge. Ohne die Bereitschaft zum Verzicht wird es weder qualitativ hochwertiges Fleisch noch artgerechte Tierhaltung geben.

Für die als Flexitarier bezeichneten Verbraucher steht schon heute der Fleischgenuss mit gutem Gewissen im Vordergrund. Es geht darum, Fleisch bewusst zu essen und wahrzunehmen. Nicht immer und ohne Überlegung, sondern ab und zu, mit Appetit und Respekt vor dem Tier. Dies bedeutet eine Abkehr vom industriellen Massenprodukt (wobei Fastfood und Döner keineswegs verboten sind). Die Haltung der Flexitarier bedeutet quasi eine Rückkehr zur Wertschätzung des traditionellen Sonntagsbratens (und der damit verbundenen Forderung der ganzheitlichen Verwertung eines Tieres, wie sie in früheren Zeiten üblich war).

Fleisch ist ein Teil der menschlichen Ernährung und keine Ideologie. Es liegt bei jedem Einzelnen, wie viel Respekt er tierischen Produkten, seiner eigenen Ernährung und letztendlich sich selbst entgegenbringt.

Wenn Sie mehr erfahren möchten Lesen Sie auch den Artikel Fleisch mit gutem Gewissen - Teil 3.

Zusammenfassung

Artgerechte Tierhaltung, mündige Konsumenten und ein Bewusstsein für Klima und Ressourcen – lässt sich dies mit Fleischkonsum vereinbaren und kann man Fleisch noch mit gutem Gewissen kaufen?

Ja, natürlich kann man Fleisch noch mit gutem Gewissen kaufen. Wichtig ist die Transparenz des Anbieters, die damit verbundene lückenlose Rückverfolgbarkeit des Produktes und natürlich am Ende des Tages auch das Vertrauen, dem Händler gegenüber. Dieses Vertrauen kann nur durch die richtigen Antworten auf die richtigen Fragen entstehen. Wer dann Fleisch mit gutem Wissen kauft, der genießt auch mit gutem Gewissen.


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